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Kompass für dauerhaften Erfolg auf der Top-Ebene

Erfolgreich sind stabile Leader-Persönlichkeiten mit einem klaren inneren Kompass und ausgerichtetem Verhalten. Der entscheidende Faktor für dauerhaften Erfolg ist Personal Leadership – das Management der eigenen Person. Was genau ist damit gemeint und wie geht man da vor?

Wer auf der Top-Ebene auf Dauer erfolgreich sein will, stellt höchste Ansprüche an sich selber: an die eigene Persönlichkeit, die Fähigkeiten und an den Umgang mit anderen. Erfolg wird nicht nur als Karriere, Verdienst, Anerkennung und Machtposition verstanden. Erfolg hat auch, wer gesund ist, gute Beziehungen zu anderen Menschen lebt, Kinder zu glücklichen und selbstbewussten Persönlichkeiten erzieht und trotz Verantwortung in Beruf und Familie seine eigene Entwicklung nicht vernachlässigt.

Selbstentwicklung und Führung

Erfolgreiche Führungskräfte praktizieren wirksame Selbstführung und arbeiten ein Leben lang an der eigenen Personal Mastery. Peter Senge, Senior Lecturer of Behavioral and Policy Sciences am MIT und Vorsitzender der Society for Organizational Learning (SoL), beschäftigt sich mit dem Thema in seinem Buch „Die Fünfte Disziplin – Kunst und Praxis der lernenden Organisation“ (2017).

Menschen mit einem hohen Grad an Personal Mastery erweitern beständig ihre Fähigkeiten, die wahrhaft angestrebten Ergebnisse zu erzielen. Sie klären immer wieder aufs Neue, was wirklich wichtig ist, und lernen die gegenwärtige Realität deutlicher wahrzunehmen, schreibt er. Nach Senge ist Personal Mastery – neben Systemdenken, mentalen Modellen, dem Aufbau einer gemeinsamen Vision und Team-Lernen – eine für die zukunftsfähige Organisation entscheidenden Führungs- und Lerndisziplinen.

Selbstreflexion und Selbstführung

Menschen streben danach, ihre individuellen Stärken einzubringen und Spuren zu hinterlassen. Sie möchten erfüllt und beseelt von ihrer Aufgabe sein. Um dies zu erreichen, bedarf es der Selbstmanagement-Disziplin, das heißt der Reflexion der eigenen Person und Lebensumstände. Anselm Grün schreibt hierzu „Sich mit seiner Lebensgeschichte zu beschäftigen, ist die Voraussetzung, um andere richtig zu führen. Sonst vermischen sich die un-aufgearbeitete Lebensgeschichte mit den eigentlichen Aufgaben.“ Doch es gibt erstaunlich wenige Erwachsene, die in diesem Sinne Selbstreflexion betreiben. Vor allem für Topmanagern, die Verantwortung für Mitarbeiter und das Unternehmen tragen, sollte dies tägliche Praxis sein.

Der Selbstmanager erweitert beständig seine Fähigkeit, die Ergebnisse zu erzielen, die er wahrhaft anstrebt. Er stellt sich den Herausforderungen, lernt die gegenwärtige Realität wahrzunehmen und klärt immer wieder auf Neue, was ihm wichtig ist. Er reflektiert die Situation, erkennt Hintergründe und Zusammenhänge und richtet sein Verhalten entsprechend aus.

Der werden, der man sein kann

Selbstverständlich gibt es auch auf der Top-Ebene niemanden, der keine Schwächen hat. Menschen gehen durch Lebenskrisen, laufen Gefahr zu scheitern und zahlen ihren Preis für falsche Entscheidungen. Persönliche Stärken und Glaubwürdigkeit bilden sich gerade dann, wenn herausfordernde, schwierige Zeiten zu meistern sind. Persönlichkeiten mit großer Ausstrahlung weisen ein gemeinsames Merkmal auf. Sie alle sind ganz sie selbst geworden. Das klingt banal, ist es jedoch nicht: nämlich der zu werden, der man ist, bzw. die zu werden, die man sein kann ist eine Entwicklungsaufgabe.

Je anspruchsvoller die Herausforderungen, desto wichtiger ist eine ausgeglichene, fokussierte innere Basis. Niemand kann sich nachhaltig entfalten, bevor er oder sie gelernt hat, sich als Mensch mit all seinen Facetten zu sehen und zu akzeptieren. Ist dies aber gelungen, stellen sich Veränderungen mit der Zeit fast wie von selbst ein. Die Beziehungen zu Anderen werden echt und lebendig, man fühlt sich sicherer, ruhiger und die spontane Kreativität, die Intuition wird gestärkt. Deshalb sollte man Führungskräfte ermutigen, sich selbst zu reflektieren, mehr auf innere Impulse und Gefühle zu hören und sich weniger nach fremden Meinungen und Theorien auszurichten‘ schreibt der Psychologe K. Blöchliger.

Enormer Druck auf der Top-Ebene

Beim heute zunehmenden Druck von außen, erhöhen sich die Anforderungen an die Führungskraft. Gelingt es nicht, die täglichen Herausforderungen mit seiner Persönlichkeit in Einklang zu bringen, wächst das Risiko des Scheiterns:

Michel Demaré gab mit 56 Jahren seinen Job als Finanzchef beim Stromversorger ABB auf und war dann Präsident des Agrochemiekonzerns Syngenta. Im Wirtschaftsmagazin «Bilanz» erklärte er: „Das Tempo hat sich erschreckend beschleunigt. Weil die ständige Erreichbarkeit die Möglichkeit bietet, Probleme sofort zur Sprache zu bringen, steigt gleichzeitig die Erwartung schneller Lösungen.“

„Ich war völlig absorbiert von der Menge an Arbeit, von Reisen und Meetings. Es hat mich zunehmend frustriert, dass ich kein Thema mehr tiefgehend angehen konnte“, stellte der frühere ABB-Finanzchef fest. Als VR-Präsident von Syngenta, Vizepräsident der UBS und Stiftungsratsmitglied der Businessschule IMD habe er nun „eine neue Karriere“ mit mehr Raum.

Sein-eigener-CEO-sein

Peter Drucker, einer der bedeutendsten Management-Autoren, macht deutlich, dass die Wissensgesellschaft in einer noch nie dagewesenen Fülle von persönlichen und beruflichen Möglichkeiten und Anforderungen lebt. Dies erfordert noch zwingender, die Verantwortung für die eigene Entwicklung und persönliche Reifung zu übernehmen. Drucker bezeichnet dies als “Sein-eigener-CEO-sein”: „Knowledge workers must, effectively, be their own chief executive officers. It’s up to you to carve out your place, to know when to change course, and to keep yourself engaged and productive during a work life…To do these things well, you’ll need to cultivate a deep understanding of yourself…how you learn, how you work with others, what your values are, and where you can make the greatest contribution” (Drucker, Managing Oneself, Harvard Business Review).

Der Fall Carsten Schloter

Die Selbsttötung des Top-Managers Carsten Schloter war der erschütterndste Todesfall in der Schweizer Wirtschaftsgeschichte. Er illustriert auf drastische Weise, wie eine Existenz bei mangelndem Selbstmanagement außer Kontrolle geraten kann. Die folgende Charakterstudie verfasste der Journalist Marc Kowalsky (Die Welt).

Sieben Jahre lang leitete Carsten Schloter den Telefonriesen Swisscom. Er galt als erfolgreicher Konzernchef, stand auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Doch dann nahm sich der 49-jährige High-Performer das Leben. Der 49-Jährige stand in der Blüte seiner Schaffenskraft. Er war erfolgreich in Wirtschaft und Politik, hoch angesehen und wurde auch von Gegnern ob seiner Visionen und seiner scharfen Rhetorik respektiert. Gut aussehend und sportlich, verkörperte er Virilität. Er war einflussreich und wohlhabend, blieb dabei aber immer bescheiden. Die Karriere des Carsten Schloter schien ungebremst.

Aber Schloter war schon immer ein innerlich Getriebener. Manche Menschen ruhen in sich selbst, er gehörte nicht dazu. „Carsten hatte nie eine lockere Aura, konnte nie völlig entspannt sein. Das war ihm als Person nicht gegeben“, sagt einer, der ihn lange Zeit in der Konzernleitung erlebt hatte. Er litt unter der von ihm selbst gewählten Trennung von seiner Frau und den drei Kindern, wie er in ungewöhnlicher Offenheit und mit dem Verweis auf Schuldgefühle in einem Interview bekannte. Am Swiss Economic Forum in Interlaken berichtete der charismatische Manager, dessen Mobilität eine fast kontinuierliche Erreichbarkeit und ständig wechselnde Arbeitsplätze beinhaltete, über Schwierigkeiten mit seiner Work-Life-Balance. Am Ende half ihm auch sein Hang zu extrem sportlichen Herausforderungen nicht mehr.

Hinzu kamen für den Mann, der sich gerne als aufsässiger Querdenker gebärdete, Konflikte mit seinem Verwaltungsratspräsidenten. Ein eigenes Büro hatte Schloter seit Jahren nicht mehr. Er arbeitete mobil und in Sitzungszimmern. Auf seine ständige Erreichbarkeit per Handy, SMS und E-Mail war er stolz. „Du rennst vor dir selbst weg“, warf ihm einer seiner Freunde an den Kopf. Keine stabile Partnerschaft, die Kinder nur noch alle 14 Tage, eine unsichere berufliche Zukunft, niemand, dem er sein Herz ausschütten konnte – dem 49-Jährigen fehlten die Ankerpunkte. Die Belastung als Swisscom-Chef, die persönliche Unzufriedenheit und die ständigen Scharmützel nagten schließlich an seiner Gesundheit.

In den letzten Monaten litt er zunehmend an Schlafstörungen, wie er mindestens einem Managerkollegen anvertraute. Anderen Führungskräften der Swisscom fiel auf, dass der Chef, der früher vor Energie sprühte, bisweilen zusammengesunken in einer Ecke saß. Ein Freund bemerkte, dass der sonst so eloquente Schloter auffallend lange Denkpausen beim Reden einlegte. “Ich stelle bei mir fest, dass ich immer größere Schwierigkeiten habe, zur Ruhe zu kommen, das Tempo herunterzunehmen“, sagte er selber.

Der innere Kompass für den dauerhaften Erfolg

Unreflektiert besteht eine starke Tendenz, einmal gelernte Denk- und Verhaltensmuster beizubehalten, die Welt entsprechend zu interpretieren, die eigenen mentalen Modelle und Vorgehensweisen nicht zu hinterfragen und neu auszurichten. Für Top Manager ist das Risiko der Selbstüberschätzung und des Realitätsverlusts Teil der Herausforderung. Alltägliche Dinge werden uninteressant und als Zeitvergeudung wahrgenommen. Es entsteht ein Tunnelblick dessen, der sich mit dem ‚Immer mehr‘ und ‚Immer schneller‘ konfrontiert sieht. Oftmals abgeschnitten von der Normalität, beraubt man sich der Chance echter Begegnung, anregender Gespräche und liefert sich einer emotionalen Ödnis aus. Man wird zu einer Persönlichkeit, die auf der sozialen Leiter etwas darstellt, entsprechend der Vergangenheit reagiert und an Sehnsucht nach dem Eigentlichen leidet. Einsamen Helden gelingt die Reflexion, der offene Austausch und die klare Einschätzung einer Situation nicht mehr. Sie verlieren stattdessen den Bezug zu ihren Nächsten und ihrer Umwelt.

Das Leben in Balance halten

Auf dem Weg in die Top-Etage ist einerseits die klare Einschätzung der strategischen Situation des Unternehmens und der damit verbundenen Herausforderungen von entscheidender Bedeutung. Andererseits ist das persönliche soziale Netzwerk neu zu definieren und bewusst zu gestalten. Um das Leben in Balance zu halten, ist es wichtig, die Beziehungen zur Familie, Freunden, Kollegen, Mitarbeitern zu pflegen und das Vertrauen zu stärken. So ist und bleibt man am Boden und auf gesunde Weise im beruflichen und privaten Kontext geerdet. Ebenso kommt es darauf an, eine innere Distanz zu entwickeln, in bestimmten Abständen die eigene Lebenssituation sozusagen von außen zu betrachten, realistisch einzuschätzen und sich eben nicht in den Ereignissen des täglichen Lebens zu verlieren.

Dauerhaft erfolgreiche Leader laufen nicht der Macht oder der Aufmerksamkeitsdosis hinterher. Sie wissen um ihren Beitrag, den sie leisten, kennen ihre Schwächen und Limitierungen, haben gelernt, diese anzunehmen, damit umzugehen und „lebbare“ Lösungen zu finden. Sie sind sich ihrer Werte und Grundhaltungen bewusst und bereit, ihre Ausrichtung, ihren Fokus immer wieder zu überprüfen. Sie zeigen höchste Aufmerksamkeit für andere, stehen im Einklang mit ihrer Umwelt und bringen die eigenen Anliegen konstruktiv und konsequent ein.

Selbstwahrnehmung und balancierte Lebenskunst

Erhöhte Selbstwahrnehmung in allen Phasen und in Bezug auf die vier Kernbereiche des Lebens führt zu einem klaren Bewusstsein des eigenen Potenzials, der tatsächlichen Motivation für große Leistungen. Man erkennt Verhaltensmuster, die den Erfolg bremsen und kann sie neu ausrichten. Der High-Performance-Leader entwickelt so ein bedachtes Selbstbewusstsein und einen geschärften Blick für die Realität, trifft bewusst seine (Lebens-)Entscheidungen und richtet sich innerlich entsprechend seiner Ziele und Möglichkeiten aus. Mit anderen Worten: Er ist eine disziplinierte und willensstarke Persönlichkeit mit klaren Werten, einem inneren Anliegen und leistet einen sinnvollen Beitrag für die Welt. Er überwindet selbst-begrenzende Einstellungen und ermöglicht somit dauerhaften Erfolg für sich und andere. Ein balanciertes Leben ist das Ergebnis gesammelter Erfahrungen, Lernbereitschaft, des Willens und der Selbstverpflichtung für ein ressourcenorientiertes, kraftvolles und beitragendes Wirken.

Der Sprung nach oben ist der Prüfstein

Der Weg eines erfolgreichen High Performers erfordert Reflexion, die ihm erlaubt, seine Lebensumstände klar einzuschätzen und zu gestalten. Selbstmanagement ist die bewusste Steuerung der eigenen Person in Bezug auf die vier Lebensbereiche Arbeit/Beruf, Gesundheit, soziale Bindungen/Kontakte, Lebenssinn/Kultur. Dazu braucht es Mut, besonders wenn man auf der Top-Ebene angekommen ist und eine Neuausrichtung in der Rollenwahrnehmung notwendig wird. Denn es sind unterschiedliche Fähigkeiten, die jemanden nach oben bringen und ihn oder sie dort halten.

Insbesondere für jeden Topmanager, der mit erfolgreichem Self-Selling, enormem Leistungsanspruch und Krisenresistenz den Sprung auf die Top-Ebene geschafft hat, ist die innere Neuausrichtung entscheidend. Jetzt kommt es stärker als je zuvor auf die ‚weak signals‘ an, darauf zuzuhören und die richtigen Fragen zu stellen und das große Ganze zu sehen.

Spätestens beim Wechsel der Führungsaufgabe und Verantwortung ist ein justieren der eigenen Erfolgspersönlichkeit sinnvoll. Die Anforderungen sind andere, die Situationen spezifisch. Bisher geglaubte Erfolgsstrategien greifen gegebenenfalls nicht mehr, sind bewusst zu hinterfragen und auf das Neue auszurichten.

Das Re-Positioning Coachings bietet einen sicherer und exklusiven Raum für Reflexion und nachhaltige Neuausrichtung der eigenen Erfolgspersönlichkeit. Wollen Sie mehr erfahren Sie mehr, dann kontaktieren Sie mich. Ich unterstütze Sie gerne.

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